VISION FÜR DIE REGION:

100 % ERNEUERBARE ENERGIEN

Auf Einladung der GIW hielt Herr Dipl.-Volkswirt Daniel Bannasch am 07. 03. 2014 einen Vortrag in der TSG-Sportgaststätte am Hirschwald mit dem Titel „100% erneuerbare Energien für die Region“.  Herr Bannasch, Geschäftsführer des Netzwerks für erneuerbare Energien MetropolSolar Rhein-Neckar und des MPS Energie Instituts sprach darüber, wie die Energiewende praktisch umgesetzt werden kann.

Der Energiebedarf in Deutschland verteilt sich auf rund 20% Strom, 50% Wärme und 30% für Mobilität. Die Erfolgsmarke von 25% erneuerbarer Energie, die immer wieder genannt wird, bezieht sich dabei nur auf den 20%-igen Stromanteil.

Energieeinsparung und –effizienz haben ein sehr hohes Potential. Die Erschließung dieses Potentials ist aber häufig schwierig. In der Summe hat sich dadurch bisher keine nennenswerte Reduzierung des Bedarfes an „atomarfossiler“ Energie ergeben, weil Einsparungen durch Mehrverbrauch an anderer Stelle ausgeglichen wurden. 

Auch mit Wasserkraft, Geothermie und Bioenergie wird es keine bedeutenden Steigerungen der Energieerzeugung geben.

Sonne und Wind sind dagegen nahezu unbegrenzt verfügbar. Sie müssen aufgrund der erschließbaren Potentiale im Zentrum der Energiewende stehen. 

Solarstrom stellt wegen der starken Einspeisung am Mittag eine konkrete „Bedrohung“ für den Betrieb von Atom- und Braunkohle-Grundlastkraftwerken dar, die nicht kurzfristig abgeregelt werden können. 

Deshalb bremse eine Lobbyallianz aus Kohleproduzenten, Netzbetreibern, Industrieverbänden und „Experten“ über die Koalitionsregierung und die EU den weiteren Ausbau der Nutzung, so Bannasch.

Beruhigend ist nach seiner Überzeugung allerdings, dass die Photovoltaiknutzung zwar gebremst, aber nicht mehr grundsätzlich aufgehalten werden kann, weil Solarstrom immer billiger wird.

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch Geschäftsmodelle mit dem Verbrauch von eigenproduzierten Solarstrom und Bürgerfinanzierung wie bei der Heidelberger Energiegenossenschaft. 

Die Energiekarawane, die bald wieder nach Wilhelmsfeld kommen wird, wurde als ein sehr gutes regionales Projekt gelobt, das Hausbesitzern kostenlos bei der Entscheidung hilft, welche Maßnahmen bei ihnen zu treffen sind. 

Das Interesse an Diskussion, Austausch und Informationen unter den Teilnehmern aus Wilhelmsfeld und mehreren anderen Orten des Umlands war so groß, dass die Veranstaltung, die bis um 20 Uhr angesetzt war, erst kurz vor 21 Uhr beendet wurde. Die Anregung, das vielfältige Themenfeld Energie in einer Veranstaltungsreihe fortzusetzen, soll aufgegriffen werden. Herr Bannasch lud alle Teilnehmer ein, sich dem gemeinnützigen Verein MetropolSolar als Mitglied anzuschließen.

 

Piero Ravera, GIW