Zur Sitzung der Grünen Initiative Wilhelmsfeld am 25.02.2015 im Café Baden in Schönau konnten wir den Kreisrat Hermino Katzenstein aus Neckargemünd als Gast begrüßen. Er ist Abgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises. In seiner Funktion als Sprecher der Bundesarbeitsgruppe Mobilität und Sprecher der Landesarbeitsgruppe Mobilität und Verkehr für die Bündnisgrünen war es für ihn selbstverständlich, auch bei  nasskalten drei Grad Celsius auf seinem Fahrrad anzureisen.

Herr Katzenstein ist gelernter Physiker und arbeitet seit einigen Jahren als Personalratsvorsitzender in Heidelberg.

Nach kurzer Vorstellungsrunde und dem Bericht über seine Erfahrungen als Gemeinderat in Neckargemünd und als Kreistagsabgeordneter für den Rhein-Neckar-Kreis kamen wir schnell zu den Themen, die uns GIW-lern in Wilhelmsfeld beschäftigten und bewegen. Dazu zählen natürlich die kontrovers diskutierten Bebauungspläne Rainweg und Tannenweg und die bevorstehende Sanierung der L536 zwischen Altneudorf und Wilhelmsfeld mit den möglichen Auswirkungen auf die Johann-Wilhelm-Straße nach der Öffnung des Branichtunnels Ende 2015. Ein Verkehrskonzept für Wilhelmsfeld sähe auch er als Kreisrat für notwendig an. Er wünsche sich zudem mehr Menschen, die sich darauf einlassen, ihren Alltag möglichst auch ohne Kraftfahrzeug zu bewältigen, trotz der zugegeben schwierigen Topographie bei uns. Aber es sei für den einen oder anderen sicherlich möglich. Die Tatsache, dass die Wilhelmsfelder keinen guten Anschluss an das S-Bahn Netz haben, vor allem das Neckartal Richtung Eberbach hinauf, bedauerte er sehr. Er versprach sich in Zukunft dafür einzusetzen.

Mit dem von der grün-roten Landesregierung geförderten Projekt des Kreises zur Verlegung von Glasfaserkabeln in die dünner besiedelten Gebiete des Umlands schnitt Herr Katzenstein ein weiteres Infrastrukturthema an. Hier biete sich die Chance, sich für die Zukunft ein modernes schnelles Telekommunikations- und Internetsystem zu sichern. Er war froh, dass auch Wilhelmsfeld dem Projekt beigetreten sei.

Herr Katzenstein stellte die Idee vor, den Rhein-Neckar-Kreis zur Fairtrade-Region zu entwickeln. Diese Vorstellung fand bei den Zuhörern reges Interesse und Zustimmung.

Die aktuelle Flüchtlingssituation und -politik nahm ebenfalls viel Raum bei den Diskussionen der Sitzungsteilnehmer ein. Der Wunsch nach Vernetzung der kleinen „Inseln“ Ehrenamtlicher wie bei uns in Wilhelmsfeld und anderen Gemeinden sei gehört worden, berichtete Hermino Katzenstein. Ein regionaler Flüchtlingsgipfel unter Führung des Landkreises und mit Beteiligung aller ehrenamtlichen Helfer in den vielen Gemeinden sei erklärtes Ziel. Man verspreche sich Synergien, Gedanken- und Erfahrungsaustausch zum Wohle der Flüchtlinge.

Mit dem Hinweis, dass ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit im Kreistag eine kreisweite Radwegskonzeption sei, die vor allem den Alltags(rad)verkehr bediene und dem Freizeitsportler ebenso nütze, schloss der Kreisrat den Bogen und verabschiedete sich unter herzlichem Beifall, um per Rad den Heimweg anzutreten.

Mit guten Wünschen verabschiedete Jürgen Traub als GIW-Vorsitzender den Gast.

Jürgen Traub