Offene Diskussion zum Thema „Sicherer Schulweg – L536 innerorts“

Verkehrsberuhigung ist gewünscht.
Verkehrsberuhigung ist möglich.
Der Schulweg kann sicherer werden.
Gemeinde und Gemeinderat sind nun gefordert.

Dies ist die Botschaft des verkehrspolitischen Sprechers der Bündnisgrünen im Stuttgarter
Landtag und Mannheimer Abgeordneten Wolfgang Raufelder. Auf Einladung der GIW war
er am 04.07.2012 zu Gast in Wilhelmsfeld und stellte sich den Klagen und Fragen von
etwa 30 interessierten Bürgern, darunter auch einige Anwohner der betroffenen Johann-
Wilhelm-Straße.
Wie sehr das Thema „Verkehrsberuhigung“ unter den Nägeln brennt kam schnell zum
Vorschein. Schon während der Einführung ins Thema durch Herrn Raufelder meldeten
sich viele Zuhörer engagiert zu Wort und überraschten mit klaren Fragen und klugen
Ideen, aber auch bitteren Erfahrungsberichten über den Alltag entlang der Straße.
Unverständnis und Ärger drückte sich in klaren Worten aus, als die Rolle der Gemeinde
angesprochen wurde. Es wurde in den letzten Jahren eindeutig zu wenig unternommen
und die klagenden Bürger fühlen sich bis heute nicht ernst genommen. Aber auch den
nicht anwesenden Gemeinderatsparteien CDU, FW und BGW wurde Untätigkeit und
Desinteresse vorgeworfen. Leider erschienen, bis auf die Gemeinderäte der GIW, keine
weiteren Bürgervertreter, waren sie doch persönlich zu dieser öffentlichen Veranstaltung
eingeladen, wie der Versammlungsvorsitzende Jürgen Traub von der GIW ausdrücklich
betonte.
Inhaltlich gab es doch einige Überraschungen: Die Gemeinde kann sehr wohl in
begrenzten Abschnitten Einfluss auf die Ausgestaltung einer Landstraße innerörtlich
nehmen. Man spricht von etwa 200 bis 300 Metern, wo eindeutige Gefahrenmomente oder
besondere Bedürfnisse erklärt werden. Auch Fußgängerüberquerungen („Zebrastreifen“)
sind ohne großen Aufwand möglich, sofern die Gemeinde beim zuständigen
Regierungspräsidium den Antrag stellt und begründet. Einzige Voraussetzung: Der
Zebrastreifen wird nachts durch Beleuchtung erhellt. Dies wäre zum Beispiel eine schnelle
und kostengünstige Lösung, um wenigstens eine sicherere Überquerungsmöglichkeit auf
über einen Kilometer Ortsdurchfahrt zu bekommen. „Direkt am Rathaus!“ wurde die
Forderung laut. GIW-Vorsitzender Traub liess nicht unerwähnt, dass genau dies im März
2011 anlässlich einer Ortsbegehung gefordert wurde. „Die Gemeinde blieb untätig, und
deshalb gibt es bis heute keinen Zebrastreifen.“ Text wurde auf Anweisung von Gemeinde
gekürzt.
Massnahmen zur Verkehrsberuhigung gibt es viele, doch nicht alle können für Straßen
des Landes gelten. Schweller und Pflanzkästen sind nicht möglich, sehr wohl aber
Geschwindigkeitsbegrenzungen, auch abschnittsweise, und die „Aussperrung“ einzelner
Verkehrsarten, z.B. LKW ab einer bestimmten Masse, meist 7,5 Tonnen, Motorräder an
bestimmten Tagen, etc. Ausnahmen für örtlichen Lieferverkehr sind selbstverständlich.
Die Massnahmen müssen koordiniert und begründet sein. Genau hier setzte MdL
Raufelder einen Punkt: Die Gemeinde muss einen belastbaren und stichhaltigen
Verkehrsentwicklungsplan beim Land einreichen, dann sind Mitsprache und
Bürgerbeteiligung keine leeren Floskeln, sondern gelebter Konsens! Denn eines wurde auf
dieser Veranstaltung allen Teilnehmern klar: Bürger und Gemeinde müssen sich
gemeinsam aktiv einbringen, um Verbesserungen zu erzielen und um Sicherheit und
Lebensqualität zu schaffen. Somit geht von allen Teilnehmern der Appell an den
Gemeinderat und die Gemeinde, möglichst bald die Voraussetzungen zu schaffen, einen
sicheren Verkehr durch und um Wilhelmsfeld zu bekommen. Dies gilt umso mehr in
Anbetracht der infrastrukturellen Veränderungen rund um unsere Gemeinde.
Das zukünftige Klimaschutzgesetz und die EU-Regelung „Lärmaktionsplan“ flankieren die
geforderten Massnahmen.
Herr Raufelder sagte ausdrücklich seine persönliche Unterstützung für die
Verkehrsberuhigung in Wilhelmsfeld zu. Er sei offen für die Vorschläge der Gemeinde und
werde seine Möglichkeiten ausschöpfen.
Folgende Aufgaben liegen damit vor uns:
Verkehrsaufkommen feststellen: Ziel- und Quellverkehr?
Sofortige Schaffung eines Zebrastreifens!
Erarbeitung eines Verkehrsentwicklungslans für Wilhelmsfeld!
Nach zwei Stunden Diskussion in offener Atmosphäre dankte Jürgen Traub allen
Teilnehmern für die couragierte und faire Diskussion und Herrn Raufelder für das Kommen
und die Bereitschaft, auch weiterhin die Wilhelmsfelder zu unterstützen.

Jürgen Traub