Landkärtchen (Araschnea levana)

Landkärtchen (Araschnia levana), Unterseite

Landkärtchen (Araschnia levana), Unterseite
(Foto: Jochen Schwarz, Altenbach, 25.04.2015)
 
 
 

In dieser Woche möchten wir einen Schmetterling vorstellen, dessen Bestimmung immer wieder Probleme bereitet, obwohl er eigentlich gar nicht mal so sehr selten bei uns ist. Mit etwas Glück und in blütenreichen Gärten kann man das Landkärtchen (Araschnia levana) aus der Familie der Edelfalter durchaus hin und wieder zu Gesicht bekommen. Das Problem der Bestimmung beruht darauf, dass die Art in zwei Generationen fliegender Falter auftritt, d.h. es gibt eine Frühjahrs- und eine Sommergeneration. Diese unterscheiden sich so stark voneinander, dass man zunächst tatsächlich meinte, es handele sich um zwei verschiedene Arten. Ursache für die unterschiedliche Färbung ist die Tageslänge, während der kürzeren Tage im Frühjahr entwickeln sich aus den Raupen die heller gefärbten Falter. Die Tiere, die im Hochsommer fliegen, sind dagegen fast schwarz mit einem Band weißer Flecken, wie die beiden Oberseitenfotos hier deutlich zeigen. Sie sind zudem etwas größer.

Die schwarzen Raupen des Landkärtchens tragen verästelte Dornen und ernähren sich nahezu ausschließlich von Brennnesseln, auf denen sie gerne gesellig leben. Man kann die ökologische Bedeutung dieser Pflanze, die auch für viele andere Tagfalter als teils alleinige Nahrungspflanze dient, gar nicht hoch genug einschätzen, insbesondere, wenn sie gerade frisch am Aufwachsen ist.

Landkärtchen (Araschnia levana), Frühlingsform

Landkärtchen (Araschnia levana), Frühlingsform
(Foto: Jochen Schwarz, Altenbach, 25.04.2015)

Landkärtchen (Araschnea levana), Sommerform

Landkärtchen (Araschnea levana), Sommerform
(Foto: Jochen Schwarz, 18.06.2011)

Veröffentlicht im Amtsblatt OVV Schönau, Nr. 04, 20.01.2016, S. xx

Admiral (Vanessa atalanta)

Admiral (Vanessa atalanta)

Admiral (Vanessa atalanta)
(Foto: Jochen Schwarz, Wilhelmsfeld, Köhlerwaldweg, 02.11.2015)

Die letzten warmen und sonnigen Tage des Jahres, von denen wir zurzeit noch einige genießen dürfen, bescheren uns auch noch einige schöne Schetterlingsbeobachtungen. Wie diesen Admiral (Vanessa atalanta), der sicher vielen Lesern bekannt sein wird. Der Admiral gehört zu den sogenannten Wanderfaltern, wobei hier aktuell von der Wissenschaft spannende Veränderungen beobachtet werden. Bis vor wenigen Jahren noch flogen Admiral-Falter aus dem Mittelmeergebiet nach Mitteleuropa ein. Das ist heute nicht mehr der Fall. Vielmehr ziehen Falter aus unserem Gebiet heute nordwärts bis nach Südskandinavien – und im Herbst wieder in ihr Überwinterungsgebiet in Südwestdeutschland zurück(!). Admiräle, die wir also in diesen Tagen noch auf unseren Astern im Garten Nektar saugen sehen, sind möglicherweise vor Kurzem noch in Schweden gewesen. Was für eine grandiose Flugleistung! Admiräle ernähren sich bei uns als Raupen ausschließlich von Brennnesseln – wer mag, lässt daher vielleicht immer auch einige davon im Garten oder am Wegrand stehen …

Veröffentlicht im Amtsblatt OVV Schönau, Nr. 46, 2015, S. 42

Großer Schillerfalter (Apatura iris)

Schillerfalter (Apatura iris)

Großer Schillerfalter (Apatura iris)
(Foto: Gerlinde Seidel, Heddesbach, auf einem Waldweg am Ortsrand, 09.07.2015)

Anfang Juli erhielten wir ein Foto eines in unserer Gegend eher seltenen Fundes, nämlich eines Großen Schillerfalters (Apatura iris). In der Umgebung von Heddesbach wurde der Schmetterling auf einem sonnenbeschienenen Waldweg angetroffen. Mit bis zu 65 mm Flügelspannweite gehört die Art zu den großen Vertretern unserer Schmetterlingsfauna. Lebensraum des Großen Schillerfalters sind lichte Auwälder und Laubmischwälder. Wichtig ist dabei das Vorhandensein von Weiden und Pappeln, welche als Futterpflanze für die Raupen unverzichtbar sind. Die Hauptgefährdung für diesen wunderschönen Schmetterling ist denn auch die fortschreitende Beseitigung von Weiden und anderen Weichholzarten in unseren Forsten.

 

Veröffentlicht im Amtsblatt OVV Schönau, Nr. 45, 2015, S.44