Silberreiher (Casmerodius albus)

Silberreiher (Casmerodius albus) am Gartenteich

Silberreiher am Gartenteich
(Foto: Johannes Fink, Heiligkreuzsteinach, 22.03.2013)
 

Gelegentlich bekommt man im Steinachtal Tiere zu sehen, die man bei uns, zumal in einer Höhe von knapp 500 m über dem Meer, wirklich nicht erwarten würde. Nicht schlecht gestaunt haben wir daher, als uns kürzlich ein Foto erreichte, dass einen Silberreiher (Casmerodius albus) an einem Folienteich in Heiligkreuzsteinach zeigt. Der schneeweiße Vogel hatte sich möglicherweise von einer Reiher-Attrappe aus Plastik anlocken lassen.

Anders als der bekannte Graureiher (Ardea cinerea) ist der Silberreiher in Deutschland als Brutvogel noch unbekannt, lediglich in Mecklenburg-Vorpommern gelang 2012 ein erster deutscher Brutnachweis. Dennoch kann man Silberreiher ab August in den Schilf- und Auwaldbereichen der Rheinebene, aber auch auf Äckern, Wiesen und an Gräben regelmäßig beobachten. Diese Vögel kommen aus ihren Brutgebieten in Südosteuropa sowie in Polen, Ungarn und der Ukraine zu uns, um den Winter in den gemäßigteren Zonen Westeuropas zu verbringen. Wenn es auch dort zu kalt und die Jagd nach Mäusen zu schwierig wird, weichen die Vögel weiter nach Süden aus. Im Spätwinter und Frühjahr fliegen die Silberreiher zurück zu Ihren Brutkolonien, wo sie ihre Nester dicht gedrängt am Grund schwer zugänglicher Röhrichtbestände anlegen.

Gefährdet ist die Art glücklicherweise nicht, im Gegenteil, europaweit wird derzeit ein Bestandswachstum und eine Ausdehnung der Brutverbreitung beobachtet.

Silberreiher (Casmerodius albus) in der Wagbachniederung

Silberreiher in der Wagbachniederung
(Foto: Jochen Schwarz, 04.04.2013)

Veröffentlicht im Amtsblatt OVV Schönau, Nr. 05, 20.01.2016, S. xx

 

Bergfink (Fringilla montifringilla)

Bergfink (Fringilla montifringilla)

Bergfink (Fringilla montifringilla)
(Foto: Jochen Schwarz, Wilhelmsfeld, Köhlerwaldweg, 06.04.2013)

Alljährlich bekommen wir im Steinachtal Besuch von Skandinaviern und Russen. Gelegentlich fallen sie dann scharenweise in unsere Gärten ein und bedienen sich großzügig an unseren Futterhäusern. Gemeint sind an dieser Stelle Vögel, genauer Bergfinken (Fringilla montifringilla), die im Norden Europas brüten und in Mitteleuropa überwintern. Sie sind mit unseren Buchfinken eng verwandt, dabei aber etwas größer und – insbesondere im Spätwinter und Frühjahr – farbenfroher im Gefieder als diese. In den Wäldern ernähren Sie sich zumeist von Bucheckern, an den Futterhäusern lassen sie sich aber auch andere Sämereien schmecken, wie das abgebildete Männchen an einem Futterhaus im Köhlerwaldweg. Bergfinken bilden auf dem Zug zuweilen riesige Schwärme, die manchmal mehrere Millionen Tiere umfassen. Solche Schwärme sind immer ein grandioses Naturschauspiel.

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht im Amtsblatt OVV Schönau, Nr. 51/52, 2015, S. 60

Grünspecht (Picus viridis)

Grünspecht (Picus viridis)

Grünspecht (Picus viridis), Männchen
(Foto: Jochen Schwarz, Wilhelmsfeld, Köhlerwaldweg, 22.11.2015)

Einer der lautstärksten Gartenvögel bei uns ist sicher der Grünspecht (Picus viridis). Seine markanten Reviergesänge, die wie ein lautes Lachen („kjü-kjü-kjü“) klingen, hat vermutlich jeder schon einmal gehört. Der Grünspecht ist ein Erdspecht, d.h. er sucht und findet seine Nahrung nicht wie etwa der Buntspecht an Baumstämmen, sondern zumeist auf Wiesen, Weiden und in Gärten, wo er in selbst gebohrten Löchern mit seiner ca. 10 cm langen Zunge Ameisen erbeutet. Der Grünspecht bleibt übrigens auch im Winter bei uns. Das bedeutet, dass er in dieser Jahreszeit wenn nötig auch unter dem Schnee seine Nahrung suchen muss, wie sich heute (22. November) schön beobachten ließ. Wenn möglich spart sich der Grünspecht das Anlegen eigener Bruthöhlen. Viel lieber nehmen sie die von anderen Spechten zurückgelassenen Höhlen in Beschlag. Ein enger Verwandter des Grünspechts ist der sehr ähnliche aber deutlich seltenere Grauspecht. Der kommt auch in Wilhelmsfeld vor. Wir werden ihn in einer späteren Folge an dieser Stelle vorstellen.

Veröffentlicht im Amtsblatt OVV Schönau, Nr. 48, 2015, S. 39